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Montag, 9. September 2013

Estrela 09/09/2013, 3 Tage Folgesession

Konsistenz zu bekommen ist ja nicht schwer: durch Wiederholung. Kreativ zu sein auch nicht: durch Abwechslung. Wie erhalte ich aber Konsistenz ohne dass diese langweilig wird. Das ist doch eine rechte Herausforderung und mein Ziel bei jeder Session, egal ob das Thema Game of Contact ist oder nicht.

Bei einer unserer letzten Finesse 4+ sessions habe ich schon gemerkt, dass vor allem ich mehr Konsistenz brauche, um meinen Sitz zu verbessern. Mir war vor Parelli nie bewusst, was für eine Herausforderung Reiten mit Kontakt sein kann und vor allen an alles denken, Feedback vom Pferd aufzunehmen und zu verarbeiten (verbessern):
  • Focus
  • Kopf
  • Schultern
  • Brustkorb
  • Ellbogen
  • Hände
  • Bauchnabel
  • Hüfte
  • Oberschenkel
  • Knie
  • Waden
  • Ferse
  • Fussspitze
  • Gewichtsbelastung
  • Steigbügelbelastung
Ok, niemand kann an alles denken, aber jeder hat ja Herausforderungen, die vielleicht grösser sind als andere. So habe ich mir die grössten "Baustellen" an mir selbst rausgesucht und mit denen begonnen und dann die nächste Baustelle, usw. Die Liste der Herausforderungen ist noch lange nicht durch und wird es auch nie sein, zumal wir ja einzelnen Punkte noch per Gangart inkl. Rückwärtsrichten potenzieren müssen ;-)

Die letzen 3 Tage hatten wir tolle Sessions. Unser Thema "Übergänge" hat uns dabei geholfen zum Einen Konsistenz zu behalten und einen Fokus auf die einzelnen Punkte, oben mit Hilfe der Übergänge zu haben. Kurze aber viele Pausen halfen Estrela und mir, mental nicht zu ermüden. Die Konzentration, die hierbei gefordert ist -an Pferd und Reiter- ist recht hoch.

Estrela ist kein Pferd, welches beim Reiten mit Kontakt viel Abwechslung wünscht, dafür sind aber Pausen mit und ohne Bewegung essentiell, das ist ihre Motivation. Aufzuhören, wenn es am Besten ist, sie überschwänglich zu loben, Leckerlis. Kurz gesagt alles, was sie deutlich bestätigt.
Ihre Bestätigung waren viele Phasen des Abschnaubens, was sie immer in Pausenphasen macht, in der Zwischenzeit ist sie ebenfalls hochkonzentriert und wir meistern gemeinsam die jeweilige Herausforderung. Was jedes Pferd motiviert ist individuell und hängt nicht zuletzt von der Horsenality ab.

Das Bild von Ginger und Fred in perfekter Harmonie, Freude, Esprit und Leichtigkeit beim Tanzen bekommt mehr und mehr Sinn als Metapher für das Reiten mit Kontakt. 


Donnerstag, 8. August 2013

"Soft touch", "Contact"

In der aktuellen Ausgabe der Savvy Times, August 2013 gibt es einen wunderbaren Bericht von Linda zum Thema "Soft touch", bzw. Kontakt.

Es macht wieder einmal deutlich, dass Parelli natural horsemanship eben auch Reiten mit Zügelkontakt beinhaltet. Auch wenn es keine Spezialisierung werden soll, die stärker auf Kontakt eingeht und damit dem Pferd einen Rahmen gibt, wie es z.B. beim Game of Contact der Fall ist, so beginnt das Reiten mit Kontakt im "Soft touch" im Level 4. Es ist der ultimative Test von Vertrauen und emotionaler Fitness von Pferd und ReiterIn. 

Letztendlich ist Reiten mit Kontakt ein extremes Friendly game, ein intimes Händchen halten ohne Micromangement. Feinste Signale und Impulse von der Hand zum Maul und umgekehrt (sonst wäre es kein Dialog, den wir bei Parelli suchen). Der Zügel ist die Schnittstelle dazwischen und transportiert die Signale.

Der Bericht hat mich erinnert, dass "Soft touch" ein Beginn von Finesse ist, aber auch immer wieder ein Test zu Beginn einer Session, bei der ich letztendlich mit Kontakt reiten möchte. So wie ich selbstverständlich mit Freestyle jede Reitsession beginne und damit einen "Casual rein" habe, so ist "Soft touch" das Zwischenstück zwischen "Casual Rein" und Kontakt. Linda erklärt ausserdem den Unterschied zwischen "Soft touch" und "Contact".

Reiten mit Kontakt auf Basis von Parelli natural horsemanship ist nicht widersprüchlich. Es geht nicht darum, Reiten mit Kontakt als nicht "natural" abzustempeln, sondern darum, wie natürlich wir damit umgehen und wie gut unser Verständis darüber ist. Strategien zu haben auf Feedbacks, die beim Reiten mit Kontakt im Dialog zwischen Pferd und Reiter entstehen, damit wir und unsere Pferde sich letztendlich auch beim Reiten mit Kontakt komfortabel fühlen. Eben das, was das Ziel eines Friendly games ist: Komfort.

Es ist also mehrheitlich eine emotionale Herausforderung für Beide und ist nicht zuletzt das letzte Glied in der Ketter der Grundlage von Parelli natural horsemanship: Level 4, Finesse.

Der Bericht hat mich ausserdem aktiv an die Strategien erinnert, die es für das Reiten mit Kontakt gibt oder anders gesagt, die Kontaktherstellung zwischen Hand und Pferdemaul. Welche fallen Euch ein?






Freitag, 10. Mai 2013

Grosses Puzzle, besserer Überblick

So sehe ich meine eigene Game of Contact Reise mit unseren Pferden. Wie im letzten Post schon erwähnt, war das meine 3. Teilnahme an einem Game of Contact Kurs.
Mit jedem Kurs wird dieses komplexe Thema klarer und bringt mehr und mehr Aha Erlebnisse.
Der Kurs mit Marion hat mir sehr geholfen, mehr aus den ersten beiden Kursen zu verstehen.
Das heisst nicht, dass die ersten beiden Kurse nicht gut waren oder unverständlich, sondern lediglich, dass es für mich einfach die Zeit brauchte, das Gelernte auch zu verstehen und vor allem zu verinnerlichen.
Ganz im Sinne des "four stages of competence learning model" von Gordon Training international:
Dabei bewege ich mich mehrheitlich im Bereich "concious competence". Es gibt derzeit wenige Phasen von "unconcious competence" und natürlich gehört zum Lernprozess auch "concious incompetence" dazu.

Das Game of Contact ist sehr umfangreich. Natürlich geht es um das Reiten mit Kontakt. Wie erfolgreich das Game of Contact umgesetzt werden kann, liegt nicht zuletzt daran, in welchen Level Pferd und Reiter spielen und damit abhängig vom Niveau des Horsemanship ist, sondern auch vom Equipment, was vor allem den Sattel und die Sattelunterlage betrifft.

Wie so oft bei Parelli natural horsemanship ist es ein Menschentraining. Das trifft auch beim Game of Contact zu. Die Umsetzung fällt den Pferden einfacher als uns Menschen. Das Game of Contact ist eine der Natur des Pferdes berücksichtigte Umsetzung des Reitens mit Kontakt. Das wird mir immer bewusster und das macht es so genial und so anders von dem, was man weitläufig als Reiten mit Kontakt erlernt hat, bzw. sieht.

Es bedeutet noch mal mehr, an sich selbst zu arbeiten, ohne kritisch zu sein und ein hohes Maß an Selbstdisziplin, Spass und die Leidenschaft immer besser werden zu wollen.

Game of Contact in den 3 Bereichen:

Mental
Das bedeutet, das Spiel vom Game of Contact zu spielen. "Lass Deine Idee, die des Pferdes werden aber verstehe zunächst seine Idee". So involviere ich das Pferd mental.

Emotional
Kann mein Pferd mit dem Kontakt emotional überhaupt umgehen? Linda Parelli beschreibt den Kontakt zum Pferdmaul als einen der sensibelsten Bereiche des Pferdes. Das ist weniger physisch als emotional gemeint. Impulsion bedeutet emotionale Fitness und damit ein Pferd und Reiter mit einem ausgegichenem "Whoa" und "Go" und damit Thema im Level 3.

Physisch
Physischen Kontakt zu nehmen beinhaltet sicher auch Kontakt mit den Händen via den Zügeln zum Pferdemaul zu nehmen aber auch -und vor allem- auch mit meinem Körper. Es ist ein Energiefluss von Geben und Nehmen von Reiter und Pferd.

Vereinfacht und zusammenfassend bedeutet harmonisches Reiten mit Kontakt u.a.:
  • Reiten mit Kontakt beinhaltet die Bereiche mental, emotional und physisch
  • Kontakt mit den Zügeln zu nehmen bedeutet, dass das Pferd den Kontakt vertrauensvoll nimmt mit 3! Bereichen seines Körpers nimmt: Nase, Hals, Füsse. 
  • Die Energie von Pferd und Reiter muss harmonisch sein. Mein Pferd kann nur soviel Energie nehmen, wie der Reiter gibt und umgekehrt. Nur so kann der Energiefluss harmonisch zirkulieren und wird nicht unterbrochen. Energie hat also mit Impulsion von Pferd und Reiter! zu tun. 
  • Impulsion ist Bedingung um das Game of Contact spielen zu können. Impulsion bedeutet emotionale Fitness. Ein Pferd, welches unter- oder überimpulsiv ist, ist noch nicht für das Game of Contact bereit.
  • Kontinuierliche Verbesserung und damit unbewusste Kompetenz der eigenen Körperkontrolle (Resting hands, soft fingers vs. strong elbows, knees down vs. heels down, kein Hohlkreuz, strong core, harmonisches Leichttraben)
  • Bestmögliches Equipment (Sattel, Sattelunterlage), angepasste Steigbügellänge 
  • Reiten mit Kontakt ist ein Dialog
Ich hoffe, Ihr hattet Spass am Lesen und es würde mich freuen, ich habe bei Euch das Feuer für das Game of Contact geweckt -wenn es nicht schon da ist-. Besucht selbst einen Game of Contact Kurs oder/ und schaut Euch die DVD Serie dazu an und lasst Euch infizieren und inspirieren.

Mir wurde gestern stark bewusst, was Reiten mit Kontakt eigentlich bedeutet:

Es ist ein netter, höflicher und anregender Dialog via Energie und Körpersprache zwischen Pferd und Reiter. Ein spielerischer Austausch, der Pferd und Reiter mental, emotional und physisch fordert und fördert.


Game of Contact Kurs mit Marion Oesch, Mai 2013

Der dritte Game of Contact Kurs für mich. Die ersten beiden habe ich als Teilnehmerin mit Linda Parelli erlebt, diesen als Assistentin mit Marion Oesch.

Wir war bereits nach dem ersten Kurs klar, dass das Game of Contact DER Schlüssel für das Reiten mit Kontakt ist. Das Reiten mit Kontakt ist eine grosse Herausforderung an Pferd und Reiter und das Game of Contact, zeigt sehr schön, dass Reiten mit Kontakt auch zu Parelli natural horsemanship gehört:
  • Es fordert uns unsere Pferde in den 3 Bereichen: mental, emotional und physisch
  • Es ist ein Spiel 
  • Es entspricht den 8 Prinzipien von natural horsemanship
Reiten mit Kontakt finde ich persönlich sehr wichtig, wenn Pferd und Reiter das entsprechende Level haben (Level 3+). Das Game of Kontakt schlägt die Brücke und ist DER Einstieg in die Spezialisierung wenn es um Kontaktreiten geht. Allerdings -und das ist das Beste- ist es ein grosses Puzzle mit vielen kleinen Teilen, die zusammengesetzt werden wollen. Jeder Kurs hat das Gesamtbild des Puzzles klarer werden lassen und hilft die richtigen Puzzleteile zu finden. Es hat aber auch eine Schattenseite: ES MACHT SÜCHTIG !!!

Der Kurs mit Marion Oesch war gigantisch. Ihre Hingabe für die Pferde, die Studenten, Parelli natural horsemanship und das Game of Contact war allgegenwärtig! Alle Teilnehmer haben sich in diesen 3 Tagen extrem entwickelt und am Schluss der 3 Tage haben alle wieder ein paar mehr Savvy Pfeile in ihrem Köcher gehabt -und das nicht nur zum Game of Contact-.

Hier geht es zu den Bildern von diesem 3-tägigen Kurs.
Die nachfolgenden Bilder zeigen die Teilnehmer am Anfang und am Ende der Session. Eine tolle Veränderung in nur kurzer Zeit.

Danke an Marion für diesen tollen Kurs und Danke auch an die Teilnehmer für ihre Leidenschaft zu ihren Pferden und dem Grundsatz "never ending self improvement". Chapeau !










Montag, 9. Juli 2012

LBE/ LBI versus RBI

Estrela und ich wir tasten uns immer mehr zu einem stabilen Stage 3 hin. Dabei geht es jetzt mehr und mehr darum, die Dauer von Stage 3 "Frame" zu verlängern und ausserdem die ersten kurzen Sessions, von Stage 3 im Galopp. Dabei habe ich eine sehr interessantes Feedback von Estrela bekommen. Sie ist ein sehr zentriertes Pferd, was die Horsenalites betrifft und sehr moderat. Wenn es aber darum geht, mit Kontakt zu reiten, ändert sich ihre Horsenality. Im Savvy Freestyle ist sie sehr sicher und wirklich LB. Wenn es aber um Kontakt geht, zeigt sie Momente von RBI. Auch hier wieder moderat aber ich spüre ihre Unsicherheit den Kontakt nicht zu nehmen.
Der Moment, wann mir das bewusst wurde ist dabei sehr entscheident: Dann als sie mit grosser Selbstsicherheit den Kontakt nahm und ihre Bewegung aktiv wurde. Das sind im Moment nur kurze Momente, vor allem wenn sie  bei einer Session eher LBI ist. Dann fühlt sich Kontakt auch ganz anders an, als wenn sie eher LBE ist. Aber das Bewusstsein über ihre Unsicherheit kam in dem Moment, wo sie mit Kontakt sicher wurde. Das bedeutet, dass ich ihr endlich die Sicherheit im Kontakt gegeben habe und sie damit selbstsicher werden kann. Der Unterschied von einem Pferd, dass sonst recht dominant ist zu einem Pferd, dass sich mit Kontakt nicht komfortabel fühlt, war auch für mich ein Moment zum Nachdenken.
Nicht wirklich eine positive Erfahrung aber eine wichtige Selbsterkenntnis, denn ich habe Estrela seit sie 4,5 Jahre alt ist und man kann schon sagen, dass alles "hausgemacht" ist -egal ob positiv oder negativ-. Estrela und ich haben gemeinsame "Pre-Parelli" Erfahrungen. Jetzt heisst es nach vorne schauen und gemeinsam die Erfahrung machen, die eine Zukunft haben -für Beide von uns-.
Solche Erfahrungen sind einfach wichtig und gehören dazu.
Die Pferde sind unsere Spiegelbilder. Die Frage ist, ob wir zu unseren Spiegelbildern stehen oder mehr oder weniger beschämt wegschauen oder sogar gar nicht erst reinschauen....

Mittwoch, 20. Juni 2012

Advanced Game of contact Kurs mit Linda Parelli, Juni 2012

Fangen wir mal hinten an! Was ich gelernt habe? Wie eine effektive Vorbereitung für das Reiten für Vareto aussieht!!! Linda hat mir sehr geholfen, hier seine Bedürfnisse als RBE zu erkennen und wie die Strategie aussieht, daraus einzugehen. Das deckte sich mit unserem persönlichen Thema, welches Linda von allen Reitern vor Beginn des Kurses wissen wollte. Unser Thema: "Galopp". Wie sagte Linda so schön? "Take care, Klaudia is firing up the rocket". 
Meine Einschätzung zu Vareto Horsenality wurde von Linda bestätigt (RBE, casp LBE). Dazu kommt aber noch der Spiritlevel, der in Varetos Fall und nach Lindas Einschätzung hoch ist. Einen RBE, high spirit zu matchen ist eine ganz schöne Herausforderung und ich war anfänglich viel zu vorsichtig und vor allem unsicher, wie sich das auf Vareto auswirkt. Das war auch der Grund, warum ich es bisher Emotionen von Vareto rund um den Galopp eher vermieden habe. Mir war klar, dass das Vareto auf Dauer nicht hilft und dass ich die Leichen aus dem Keller holen muss, aber mir war bis dato nicht klar, was ich mit den Leichen mache....Dank der Unterstützung von Linda, Berni, Fawn und Zoe wurde das immer klarer und ich konnte mich mehr und mehr auf das Game of Contact mit Vareto konzentrieren. Der wurde von Tag zu Tag selbstsicherer und auch wenn es "nur" 2,5 Tage waren, so konnte man die Veränderung sehr deutlich spüren. 
Vareto begann nun endlich auch On line abzuschnauben und war sichtlich ausgeglichener, wenn es zum Reiten ging. 


Es gab unheimlich lehrreiche Simulationen rund um den Kontakt mit den Zügeln, der viele Aha-Erlebnisse bei mir auslöste. Zoe zeigte mir, wie sich komfortabler Kontakt für einen RBE anfühlt. Zunächst war ich sehr skeptisch aber die Simulationen haben es bestätigt. Mein Highlight war, zu entdecken, wie sich ein Stretch im "Stage Frame" anfühlt. Ein unglaublich angenehmes, athletisches Gefühl. Ich freue mich darauf, dieses Gefühl gemeinsam mit dem Pferden zu erleben. 
Fawn half mir meine Positur beim Reiten zu verbessern und Berni zeigte mir, wie ich eine bessere und stabilere Position im Sattel erreichen kann. Ein grosses Dankeschön also auch an die Assistenz Instruktoren von Linda !!!!!


Das Advanced Game of contact zeigte unglaublich viele interessante Aspekte:
  • Simulationen rund um den Zügelkontakt
  • Körperkontrolle für ein besseres Reiten durch Einsatz für das Lenken mit dem Körper und dem Gewicht in den Steigbügeln
  • Dressurreiten kann unheimlich viel Spass machen, wenn man es natürlich aufbaut. Ein Teil der Teilnehmer demonstrierten das durch Seitengänge, fliegende Wechsel und Übergänge. Nichts davon war künstlich oder stiess auf Unbehagen seitens dem Pferd
  • Wie ein effizientes Warm-up aufgebaut werden kann
  • Linda zeigte zusammen mit Luca Moneta und 2 seiner Pferde, dass Sport und horsemanship sich wunderbar ergänzen und serh erfolgreich sein können. Luca war eigens aus Italien angereist.
  • Den Einsatz von Freestyle Reiten als Gymnastizierung und Vorbereitung für das Reiten mit Kontakt
  • Strategien per horsenality für das Warm-up und auch für das Reiten mit Kontakt
     
Sehr eindrucksvoll fand ich die Veränderung der Pferde vor allem am letzten Tag des Kurses. Den Tag hat Linda nochmal richtig vollgepackt, damit wir auch weiterhin progressiv sind. Alle Pferde zeigten unglaublich positive Veränderungen (z.B. Stretching, Aktivierung der Hinterhand). Immer wieder kam die Stichpunkte "calm, connective und responsive" hoch. Wenn das gegeben war, war auch das Bild von Pferd un Reiter nicht nur harmonisch sondern auch athletisch. Oft sieht man nur das Eine oder das Andere. Linda beweisst mit ihrem Game of Contact, dass Beides kombinierbar ist und nur als Kombi ein Pferd zeigt, dass sich authentisch als "happy athlet" präsentiert.


Jetzt habe ich begonnen, das Gelernte zu Hause umzusetzten. Estrela zeigt supertolle Fortschritte. Sie hat mich kurz spüren lassen, wie sich ein Stretch innerhalb vom Frame anfühlt. Gigantisch.
Sie verkriecht sich weniger hinter das Gebiss und hat eine viel zufriedenere Ausstrahlung.








Vareto hatte ein kurze Erholungspause und genoss die Weide mit seinen Kollegen. Danach ging es los. Er hat auch gestern wieder bei der Vorbereitung On line abgeschnaubt und macht äusserst viele witzige Geräusche beim Reiten. Ich checke vor jedem Aufsteigen, ob ich ihn CCR (calm, connective, responsive) einschätze. Er hat eine sehr selbstsichere Ausstrahlung und zeigt mehr und mehr seine LBE horsenality. 


Ich freue mich sehr auf die weitere Reise und hoffe, dass Linda wiederkommen wird. 




Thanks Linda !!!!!!!!!!!!

Freitag, 4. Mai 2012

Vareto, 03. Mai 2012

Mit Vareto ist es derzeit sehr, sehr spannend und immer wenn ich nach Session verwirrt bin, was das Verhalten betrifft und damit die Horsenality gibt es wieder einmal eine gravierende Änderung bezüglich Horsenalities. Vareto ist gerade in einer solchen Phase. 
Er ist eine sehr, sehr grosse Herausforderung und ich bin froh, mit ihm das Advanced game of contact und das Horsenality/ Humanality Seminar mit Linda machen zu dürfen.
Vareto hat sich nach dem neuesten Horsenality Report verändert. Er ist immernoch RBE, aber weniger extrem und bewegt sich Richtung LBE.
Diesen switch nach LBE kann man bei den Sessions genau spüren und das geht rasend schnell. Genauso schnell kann er aber auch wieder zu RBE wechseln. Dies jeweiligen Auslöser sind so klein, dass es recht einfach ist, den "Abzug" auszulösen. 

In den letzten Wochen habe ich wieder einmal viel von ihm lernen können, was sein Verhalten betrifft. Ziemlich eindeutig ist, dass der Galopp in allen Savvys ein Muster für Flucht aus Druck ist. Das ist etwas, was wir ständig verbessern. Der Prozess dafür geht sehr, sehr, sehr, sehr.....langsam. Besonders was Freestyle betrifft. Finesse brauchen wir gar nicht erwähnen ;-)
Er entwickelt fast immer Schlauchgeräusche auch On line und Liberty, was ein Zeichen von Anspannung ist. 
Ich finde also gerade eine Lösung dieses Muster zu unterbrechen und in ein positives Muster zu ändern. 

Das nächste ist der unglaublich krasse Unterschied zwischen den Savvys am Boden (On line und Liberty) und "im Sattel" (Freestyle und Finesse). Obwohl die Herausforderung im Sattel wesentlich höher ist (für uns beide), entspannt er sich deutlich mehr und schnaubt (fast) immer ab und fühlt sich sichtlich wohler, dazu kommt das Furzen, was er bisher nicht gemacht hat ;-) Auch das ist ein LB Zeichen.

Hoppla, am Boden sieht das ganze anders aus. Dort schnaubt er fast nie ab und hat eher Schlauchgeräusche, was aber teilweise auch der Galopp auslöst. Auf der anderen Seite haben wir hier im Schritt und Trab eine sehr konstante Dehnung und viel Furzen. 

Es gibt also Verhaltensmuster, die einfach nicht logisch passen @-) Das ist wahrscheinlich der Punkt, warum es nicht einfach ist, was ich natürlich auch nicht wollte. 

Ich habe meine Einstellung geändert was den Galopp betrifft. Ich werde keinen Galopp mehr fragen, wenn er ihn nicht selber anbietet, bzw. wenn es nicht seine Idee war und wenn wir beide im Sattel nie galoppieren werden, ist das halt so. Man glaubt es kaum, aber die Einstellung dazu ist mir nicht leicht gefallen, nicht weil ich unbedingt galoppieren will, sondern weil ich den Galopp für etwas sehr Natürliches für das Pferd halte. Wenn dieser allerdings Stress auslöst, müssen wir zunächst einmal die "Festplatte formatieren". 

Das führt zum letzten Punkt und wird wahrscheinlich die Galopp Strategie wieder über den Haufen werfen.....Immer wenn wir ein Muster etabliert haben, ändert Vareto dieses Muster und fühlt sich nicht mehr wohl damit. Es braucht meist nur 3 Wiederholungen, damit wir etwas etablieren können. Das vierte Mal ist alles anders und das Etablierte muss neu etabliert werden aber auf eine andere Art. Wir machen also 2 Schritte vor und 1 Schritt zurück, was auch erklärt, dass Vareto viel, viel Zeit braucht, die er natürlich bekommt. Nur das Beste für meinen Schnurzel !!!!! Er soll sich wohlfühlen und zwar langfristig. Letztendlich ist das Ziel, eine ausgeglichene Balance zwischen Spass und Entspannung zu finden, was genau die Herausforderung ist, denn "moderat" ist ein Fremdwort für Vareto, der vor allem die extremen kennt. 

Der Spruch "Genie und Wahnsinn liegen dicht beieinander" wurde wahrscheinich von Vareto erfunden.